Hahnemann‘ sche Lehre

Samuel Hahnemann (1755-1843)

Begründer der klassischen Homöopathie

Der Begriff Homöopathie wird hergeleitet von den griechischen Wörtern „homoios“ was ähnlich heißt und „pathos“, was Krankheit, bzw. Leiden bedeutet.

Christian Friedrich Samuel Hahnemann wurde am 10. April 1755 in Meissen als Sohn eines Porzellanmalers geboren.

Der überaus gebildete junge Hahnemann (er sprach 8 Sprachen) wollte Medizin studieren und finanzierte sein Studium und seinen Lebensunterhalt durch das Übersetzen fremdsprachiger medizinischer Werke ins Deutsche. 1790 stieß er beim Übersetzen der Arzneimittellehre von William Cullen auf die Wirkungsweise der Chinarinde bei der Behandlung von an Malaria erkrankten Menschen. Sein Interesse war geweckt und er begann selbst Chinarinde einzunehmen um zu erforschen, was diese beim gesunden Menschen bewirkte („Chinarindenversuch“). Er stellte fest, dass die Chinarinde bei ihm ein spezielles Fieber erzeugte, das dem einer bestimmten Malariaform ähnelte. Die Symptome verschwanden, sobald er die Chinarinde absetzte und kamen zurück, sobald er sie wieder einnahm. Der Grundstein für die Homöopathie war gelegt. Hahnemann prüfte von da an viele weitere Arzneistoffe und formulierte auf Grund seiner Beobachtungen 1796 erstmals die neue Heilregel:

„Similia similibus currentur.“ („Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt.“)

 Das bedeutet: ein Heilmittel, das bei einem gesunden Menschen ein bestimmtes Symptombild hervorrufen kann, ist in der Lage eben dieses Symptombild bei einem kranken Menschen zu heilen.

Der Erfolg gab Hahnemann Recht und die Neider ließen nicht lange auf sich warten. Entgegen aller Widerstände blieb Hahnemann ein glühender Verfechter der Homöopathie und bis zu seinem Tod 1843 (in Paris) ein niemals rastender Arzt und Forscher. Hahnemann hinterließ uns eine umfangreiche homöopathische Arzneimittellehre und mit dem

„Organon der Heilkunst“ (1810)

das meist verbreitete medizinische Werk jener Zeit, welches in fünf überarbeiteten Auflagen und in 10 Sprachen erschienen ist. Viele große und berühmte Ärzte und Heiler folgen seiner Lehre bis zum heutigen Tag.

Potenzieren / Dynamisieren von Arzneimitteln

Homöopathisches Potenzieren von Arzneimitteln darf nicht mit Verdünnen verwechselt werden, was landläufig gerne getan wird. „Der berühmte Tropfen in der Donau“ ist in der Tat ein völlig wirkungsloser Tropfen und hat mit der Verarbeitungsweise eines homöopathischen Arzneimittels nichts zu tun. Die Aufschlüsselung des innersten energetischen Wesens eines Arzneimittels geschieht durch Verreibung und/oder Verschüttelung, wobei ein Verdünnungsmedium als Nebenbedingung hinzukommt. Trockene Substanzen müssen zunächst im Mörser verrieben werden, dann werden sie verdünnt und stufenweise verschüttelt. Flüssige Substanzen werden verdünnt und ebenfalls stufenweise verschüttelt. Diese Prozesse nennt man Potenzierung oder Dynamisierung. Durch Verreibung und Verschüttelung werden die im Arzneimittel enthaltenen Informationen von der materiellen, auf die energetisch-geistige Ebene angehoben.

Dazu § 269 Organon: „ …diese merkwürdige Veränderung in den Eigenschaften der Naturkörper, durch mechanische Einwirkung auf ihre kleinsten Teile, durch Reiben und Schütteln entwickelt die latent, vorher unmerklich, wie schlafend in ihnen verborgen gewesenen, dynamischen Kräfte…“

Hahnemann vergleicht diesen Prozess sehr anschaulich mit der Dynamisation eines Stahl- Stabes, der sich zu einem Magneten entwickelt, wenn man dessen Ende mit einer stumpfen Feile stark in eine Richtung reibt.

Hauptsächlich werden die Stoffe für die homöopathischen Mittel aus dem Mineralien-, Pflanzen-, und Tierreich gewonnen. Eine besondere Bedeutung haben außerdem potenzierte Krankheitserreger (= Nosoden).

In Deutschland gibt es drei gängige Arzneimittel-Potenz-Typen:

  1. D – (Dezimal 1:10) Potenzen
  2. C – ( Centesimal 1:100) Potenzen
  3. LM – oder Q – Potenzen (1:50 000)

Das folgende Beispiel aus der Centesimal Reihe zum besseren Verständnis:

Von der Urtinktur werden 2 Tropfen mit 98 Tropfen Wasser oder Alkohol = Trägersubstanz verdünnt und 10x verschüttelt, daraus entsteht eine C1. Von dieser C1 wird ein Tropfen mit 99 Tropfen Trägersubstanz verdünnt und 10x verschüttelt, daraus entsteht eine C2. Usw.

Somit wird eine C 200 200x im Verhältnis 1:100 verdünnt und 200x mit 10 Schüttelschlägen potenziert.